Bericht ZI:EL+ 2016 in Hamburg

Wir trafen uns am 16. + 17. Juli im Hamburger Leistungssportzentrum des HJJV zum DJJV Pilotprojekt ZI:EL+ 2016 Ju-Jutsu / Jiu-Jitsu  Motor für Integration.

Das Wir wurde zum Termin Nord groß geschrieben, denn der Veranstalter Jugend im DJJV hatte mit den Referenten Annemarie Besold, Ghasem Spili – Referent Integration, Fritz Schweibold und René Monno zum Qualifizierungsseminar im Bereich der interkulturellen Kompetenz eingeladen. 12 Trainer und ein Trainer-Assistent nahmen an diesem zweitägigen Seminar teil. Das Besondere an diesem Lehrgang war, dass 15 Flüchtlinge aus Afghanistan zum Gelingen der Fortbildung beitrugen, indem sie für uns kochten und mit uns diskutierten.

Orientalen erzählen ein Märchen bevor sie zur Sache kommen, so berichtete Ghasem von seinem eigenen Eintreffen in Deutschland, der unerwarteten Kälte und Schimpfworten, die er zunächst nicht verstand und ihnen mit einem Lächeln begegnete. Im Orient ist die Küche das Zentrum des Lebens, so war während des Seminares ein Brutzeln aus der Küche und eine lebhafte, fremdartige Sprache zu vernehmen.

Ghasem referierte zur interkulturellen Verständigung und brachte lebendige Beispiele unterschiedlicher Wahrnehmung. So saßen wir im Kreis, die Männer auf Stühlen und die Frauen auf dem Boden. Für deutsche Frauen wäre das diskriminierend, in anderen Kulturen nicht. Auf die Sicht der Dinge kam es Ghasem z.B. bei diesem Experiment an, auch jemandem den Rücken zu zeigen kann unhöflich sein. „Was wir sehen, ist nicht das, was wir interpretieren. Erstmal sehen, später bewerten“, so Ghasem. In Annemaries Vortrag ging es um Belastungen, Trauma und deren Sensibilisierung zur Thematik. Bei vielen Flüchtlingen können durch Menschen ausgelöste schlimme Erlebnisse, Trauer, Armut, Stigmatisierung und auch der Zusammenbruch der „Großfamilie“ ein lang anhaltendes Trauma auslösen. Wie Menschen darauf reagieren und wie wir helfen können, wurde von Annemarie gezeigt und von uns nachgemacht. „Es nützt nichts, Reaktionen von traumatisierten Menschen muss man auch mal aushalten und etwas ausprobieren“ so Annemarie. Schmatzen, Schnauben, Schlürfen und ein kleiner Kuss helfen immer und waren dann auch die letzten Worte von Annemarie zu diesem Thema.

Ein leckeres, gemeinsames, orientalisches Mittagessen, gekocht von den afghanischen Flüchtlingsfamilien wartete auf uns, „Ghabuli“. Die Exkursion zum gleichzeitig stattfindenden „Aktion Day“ des DJJV Showteams HNT Hamburg brachte für uns zusätzliche Abwechslung in den Tag. Die Diskussionsrunde mit den Flüchtlingen gestaltete sich sehr lebhaft. Ghasem übersetzte unsere Fragen und die Antworten darauf. Die Angst um das eigene Leben und das der Familienangehörigen, sowie die Unsicherheit in der eigenen Heimat sind oft der Hauptgrund zur Flucht. Aber auch die Sehnsucht nach einem besseren Leben in Frieden, Rechtsstaatlichkeit, Bildung und Selbstverwirklichung, insbesondere auch der Frauen unter denen auch eine junge Lehrerin war, sind weitere Gründe zur meist lebensgefährlichen Flucht. Die Diskussion endete mit einem gemeinsamen, orientalischen Abendessen. Danach gab René einen Überblick über die Rahmenbedingungen von Flüchtlingen im Verein, im Versicherungsschutz und zeigte Relevantes aus dem Asylrecht auf. Dieses doch recht trockene Thema wurde als Quiz mit Punkteverteilung durchgeführt bei dem jeder Teilnehmer etwas aus diesem komplexen Bereich dazulernte. So ging der erste Tag des Seminares mit einer anschließenden interkulturellen Party zu Ende. Konfliktmanagement „wie im richtigen Leben“ war das Thema von Fritz am zweiten Tag. Ein Rollenspiel im Außengelände das einen Perspektivwechsel auslösen sollte, brachte Erkenntnisse, wie man sich am Rande der Gesellschaft, in deren Mitte oder an der Spitze fühlt. Mangels Bildung zurückgestellt zu sein, das Gefühl von Minderwertigkeit, Perspektivlosigkeit und Resignation empfanden einige als besonders unangenehm. Zum Schluss sollte die interkulturelle Sensibilisierung, mit dem Inhalt „Schwerpunkt Sprachbarriere“, die Wichtigkeit der verbalen und nonverbalen Kommunikation herausstellen. Hier zeigte sich durch ein Rollenspiel, dass ein Mensch der die Sprache nicht versteht schnell zum Außenseiter wird. Auch die Körpersprache und der Blickkontakt können zu Irritationen führen und Missverstanden werden. Ghasem gab danach eine kleine Exkursion in den Islam und erklärte unter anderem die fünf Säulen des Islam und deren Bedeutung. Ghasem sagte: „Religion könnte so einfach sein wie der Umgang miteinander im Budo Sport. Ich möchte meinen Partner nicht verletzen und er klopft ab, wenn es zu viel wird“.

Zum Schluss gab es noch Informationen zu Medien und Material, ein Feedback, Kritik und Lob das gut auf- und angenommen wurde.

Wir Teilnehmer haben nun die Aufgabe die Erkenntnis, sowie die Anregungen in unsere Vereine zu tragen und selber zum Motor für Integration zu werden, um unsere Welt besser zu machen und geflüchtete Menschen zu integrieren.

Text: Rüdiger Merten
Die Fotos stammen von Ghasem Spili.

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Goshin-Jitsu Kata Lehrgang Mitte März

Liebe Sportskollegen im Norden,

am 18.03. findet im LLZ zwischen 14-17 Uhr ein Lehrgang Goshin-Jitsu-Kata statt. Referent ist Stephan Holfeld .

Über zahlreiche Anmeldungen per Mail  freut sich: stephan.mensing@hjjv.net

Landesleistungszentrum Zwischen den Süderelbbrücken 10 21109 Hamburg

Alles Weitere in der Ausschreibung 2017-Kata

 

Lieben Gruß

Thorsten Wießner Pressereferent HJJV e.V.

 

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Dreierkontakt meets Kung Fu

Christopher beim Abschluß der Technik

Bereits zum dritten Mal konnte GM Hubert Wolf (Skala e.V.) den Renshi Christopher aus dem Zanshin-Dojo in Hamburg-Bahrenfeld gewinnen. Beim letzten Mal hat Christopher mit den Kung-Fu-Schülern einen Ausflug in die Welt des Arnis gemacht (selbst 5. Dan Arnis, 5. Dan JJ) und heute standen (auch in Ausübung von Drills) eine Mischung aus den philippinischen Kampfkünsten und Ju-Jutsu-Themen an:

  • Dreierkontakt
  • Weiterführung nach abgewehrten Atemitechniken
  • Handdrehhebel

Die Aufwärmung erfolgte über eine  partnerweise „open hand“ Auseinandersetzung in verschiedenen Trefferbereichen (angelehnt an unser Gelbgurtprogramm). Dann wurde es ein wenig anstregender- 20-20-20 erschallte es im Raum und die Probanden machten Liegestütze, Bauchaufzüge und Kniebeugen.

Christopher führte vor, wie man langsam in Form eines Drills in den Dreierkontakt kommt. Der Uke schlägt von oben rechts, Annahme mit der linken Hand, weiterleiten mit der rechten Hand und sichern mit der linken Hand. „Immer links-rechts links“ hieß es. Nun ließ Christopher das Tempo erhöhen und es wurde schon schwieriger. Dann erfolgten die Angriffe auch mit rechts- nun hieß es: „rechts-links-rechts“ als Verteidigungsstrategie.

Nach einigen Durchläufen und öfterem Partnerwechsel lief es schon recht flüssig – jetzt variierten die die vier Angriffe: Schlag von oben, Schlag von außen, Aufwärtshaken und Ellbogenschlag. Hier natürlich auch wieder mit Partnerwechsel, einer Erhöhung der Schlagfrequenz und einer Variation der Angriffe bis hin zur freien Variation der 4 Angriffe (frei, links und rechts).

Es funktionierte bereits nach kurzer Zeit bei den meisten Schülern recht gut. Wichtig war es, dass die Techniken nicht hart ausgeführt werden, sondern dass es hier darum ging, im „flow“ zu bleiben.

Weil es so gut klappte, schloss Christopher die Abwehrkette mit einem Rückhandschlag ab. Dieser wurde durch den Uke gestoppt (Weiterführung nach abgewehrten Atemitechniken) und es folgte eine angemessene Schlagkombination oder Tori griff die Hand von Uke, fixierte sie und antwortete mit einem Handdrehhebel.

Nach mehrmaligem Üben fragte einer der Schüler was denn sei, wenn man den angreifenden Arm nicht beugen könne. Also zeigte Christopher die Weiterführung als Armstreckhebel und „verknotete“ den Uke am Boden.

Schnell waren die 1,5 Stunden vergangen und unter großem Applaus wurde Renshi Christopher nach würdigenden Worten des Grandmasters Sigung Hubert Wolf verabschiedet. Alle waren sich einig- eine tolle Lehreinheit, aber trotzdem nicht immer ganz einfach auszuführen.

Thorsten Wießner Pressereferent HJJV e.V.

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Die Jugend informiert: Ausschreibung Sommercamp 2017

Hallo an Alle!

Anbei erhaltet ihr die Ausschreibung und Informationen zum Sommercamp 2017 auf der Wewelsburg:

  • Gasttrainer dieses Jahr wird wahrscheinlich Benj Lee sein!

Weitere Infos unter Termine auf unserer Webseite: [JUGEND_SOMMERCAMP]

Bitte unbedingt entsprechend weiterleiten! Es sind nur noch wenige Plätze verfügbar!

 

Vielen Dank für eure Mitarbeit!

Liebe Grüße

Tom Ismer
Jugend im Deutschen Ju-Jutsu Verband e.V.
– Jugendbildungsreferent –
Jugendsekretariat
Hans-Thoma-Straße 19
D-76661 Philippsburg

Telefon: + 00 49 (0) 7256 / 92 38 87 8
E-Mail:  
jugend@djjv.de
I-Net:    www.djjv.de

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Einladung zur Jugendversammlung

Liebe Sportfreunde,

mit den Anlagen erhaltet Ihr die Einladung zur nächsten Jugendversammlung am 25.3.2017 um 10 Uhr im Landesleistungszentrum,

sowie das Protokoll der letzten Jugendversammlung. Meine Amtszeit endet in diesem Jahr, ich werde aber für eine weitere Amtszeit kandidieren. Interessenten an der Jugendarbeit sind im Jugendteam willkommen.

Viele Grüße

René Monno

 

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Hamburgischer Ju-Jutsu Verband e.V.

René Monno Jugendreferent

Ohlweg 2

22885 Barsbüttel
Tel. 040 / 250 23 34
Fax 040 / 251 85 29

E-Mail: Jugend@hjjv.net, persönlich: Rene.Monno@hjjv.net

Facebook:

HJJV-Fanpage: http://www.facebook.com/HamburgischerJuJutsuVerbandEv

HJJV-Gruppe:  http://www.facebook.com/groups/HamburgischerJuJutsuVerbandeV/

persönlich: http://www.facebook.com/ReneM21

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Protokoll_der_HJJV-Jugendversammlung_2016

Einladung_HJJV-Jugendversammlung_2017

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