#schweigenbrechen

Beziehe als Ju-Jutsuka Stellung gegen Gewalt und beteilige Dich an der Mitmachaktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen!

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Gewalt gegen Frauen wird oft bagatellisiert oder ignoriert. Die Folge: Betroffene sprechen aus Scham und Angst nicht über das Erlebte.
Mit der
Mitmachaktion „Wir brechen das Schweigen“ ruft das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ alljährlich alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ein Zeichen zu setzen. Für weitere Informationen geht‘s hier zum Hilfetelefon

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Ju-Jutsuka kämpften gegen Dornen und verwirklichten einen alten Traum

Wie im Märchen schlummerte die alte Hallen-Außenfläche des Hamburger Vereins „NTSV“ einen Dornröschenschlaf, bis tatkräftige Ju-Jutsu-Sportler*innen sich durch die Brombeerranken und Brennnesseln kämpften um ihr neues Leben einzuhauchen.

Die Idee entstand, als nach dem Corona-Lockdown der Sport im Freien wieder erlaubt war:
Vereinstrainer Jens Keckstein, 7. Dan Ju-Jutsu und Escrima- Instructor verlegte kurzerhand seinen Unterricht nach draußen und trainierte mit uns den Sommer hindurch Stock-Drills auf einer Waldwiese.

Das ging prima, denn es regnete kaum. Ungemütlich war nur die Unfallgefahr die der unebene Untergrund barg. Wohl ahnend, dass der Herbst erneute Einschränkungen verhieß, suchten wir darum nach alternativen Outdoor-Trainingsmöglichkeiten. Da erzählte uns Gerhard Schröder, Gründer unserer Ju-Jutsu Abteilung und erster DJJV-Präsident von seinem alten Traum, den seit Jahrzehnten zugewucherten Außenplatz unserer „Waldsporthalle“ wiederzubeleben.

Was uns zu Beginn nur als verrückte Idee durch die Köpfe spukte, nahm rasch konkrete Formen an, denn es zeigte sich, dass nicht nur Tatkraft und Begeisterung, sondern auch das notwendige Fachwissen unter unseren Abteilungsmitgliedern vorhanden ist: Olaf Bertram, 6. Dan Ju-Jutsu und Landschaftsgärtnermeister übernahm die Bauleitung unseres Projektes.

In schweißtreibender Wochenendarbeit kämpfte sich unser 24-köpfiges Team durchs Gestrüpp und bewegte mit Schaufeln und Schubkarren insgesamt 12.800 Kg Abraum, Sand und neue Gehwegplatten. Dies alles geschah in reiner Handarbeit, denn unsere Halle liegt in einem Waldgebiet und ist nur über einen 150 Meter langen Waldweg erreichbar. Schwere Hubwagen können hier nicht fahren. Gerade rechtzeitig zum Herbstanfang wurden wir fertig und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nun haben wir einen ca. 80 qm Außenplatz zum Trainieren, Feiern oder einfach nur in der Sonne sitzen.

Natürlich gibt es auch schon gärtnerische Ideen für die weitere Ausgestaltung. Essbare und robuste Pflanzen, z.B. (ungiftige) Süßlupinen, Minze und Kapuzinerkresse wollen wir dort einbringen. Aber damit müssen wir uns bis zum kommenden Frühjahr gedulden. 1000 Dank an dieses tolle Team! Es war für mich eine beeindruckende Erfahrung, dass wir das zusammen geschafft haben!

Fatma Keckstein

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Ju-Jutsu macht etwas mit einem – auch mit Euch!

„Ju-Jutsu macht etwas mit einem – auch mit Euch!“
so ähnlich formulierte es Ekkehard (Ekki) Krönke im Rahmen seines vielbeachteten Vortrags über sein Leben im Ju-Jutsu, den Ihr in Kürze im DJJV-YouTube-Kanal ansehen könnt.

Besonders faszinierend ist die Tatsache, dass der charmante Hamburger Ausnahmesportler seine Ju-Jutsu-Laufbahn erst im Alter von 64 Jahren startete.
Acht Jahre später bestand er, im Rahmen einer regulären Prüfung, seinen 1. Dan. Dann schien das Aus für ihn gekommen: Eine Knieprothese musste ihm eingesetzt werden und so musste er eine ganze Weile auf sein geliebtes Training verzichten.


„Durch Ju-Jutsu ist mir nicht das Mut-Potential gewachsen…(aber)… etwas passiert – auch mit Euch!“ Für seinen Vortrag bei der Trainerfortbildung in Hamburg erntete Ekki Standig ovations.

Zwar war der Eingriff gut verheilt, aber die Angst vor einer Verletzung war zu groß, um sich wieder auf die Matte zu wagen. Wer wollte es dem alten Herren verdenken?!
Dann lud uns 2007 der NDR ein, im Rahmen der TV-Dokumentationsreihe „Ran an…“, mit dem Moderator Jörg Boecker das Ju-Jutsu vorzustellen.

Selbstverständlich bat ich Ekki, unseren „Vorzeige-Senior“, mitzumachen und er tat mir den Gefallen.

Schließlich war abgemacht, dass er keine sportliche Betätigung liefern, sondern sich nur einmal im Fist-Anzug präsentieren sollte. Das war auch mit einem künstlichen Knie machbar.


2007 Ekki und Jörg Boecker in der TV-Ausstrahlung „Ran an die Sicherheit“

Kurze Zeit nach diesen Dreharbeiten staunte ich nicht schlecht, als Ekki – im Gi in unserem Dojo stand. Seinen Kommentar werde ich nie vergessen: „Fatma – Du hast mich in dem Film als Hamburgs ältesten AKTIVEN Ju-Jutsuka präsentiert. Da habe ich keine andere Wahl – jetzt müssen Taten folgen.“

Tatsächlich markierte dies seinen Wieder-Einstieg in ein sehr bewegtes Ju-Jutsu-Leben mit Training an nahezu jedem zweiten Wochentag.
Dazu Ekki: „Mehr schaffe ich nicht. Ich bin nicht mehr so wie ihr – ich benötige den Tag Pause zwischen den Trainingseinheiten“.
Da war er 75.


2013 Spaß beim Hebeltraining
Heute zählt er stolze 88 Lebensjahre und bis mit Corona alles anders wurde, trainierte er mehrmals die Woche in den regulären Gruppen seines Vereins – mit Trainingspartner*innen, die seine Enkel sein könnten!
„Man muss die Sachen nur angehen,“ sagt er, „dann merkt man auch schnell, dass Kraft, Kondition und Koordination sich in jedem Alter steigern lassen. Wenn es dann auch noch Spaß bringt und man dabeibleibt, verbessert man gleich in mehreren Aspekten seine Lebensqualität.“


2018 Die wollen nur spielen Ekki und Fynn trainieren nach dem Hamburger Messerlehrgang draußen weiter


Nur selten finden Hamburger Landes-Lehrgänge ohne Ekki statt.
Goshindo Meister Alain Sailly würdigte ihn darum 2018 im Rahmen seines Hamburgbesuchs als „awesome (hier: Ehrfurcht gebietend) martial artist“

Zur Zeit muss sein geliebtes Ju-Jutsu-Training aber pausieren, denn in der aktuellen Pandemie gehört er der Gruppe der Höchstgefährdeten an.

Training für die „Post-Corona-Zeit“: Ekki hält sich mit seinem Alternativtraining fit.

Aber davon lässt Ekki sich nicht entmutigen: Bis zum Start des November-Lockdowns absolviert der pensionierte Ingenieur und Betriebswirt zwei- bis dreimal pro Woche ein krachendes Alternativ-Trainingsprogramm.
Dafür hatten seine Vereinskollegen private Trainingszeiten eingerichtet, in denen nur er allein den vereinseigenen Kraftraum nutzen durfte.
Sobald das wieder erlaubt ist, macht er weiter.
Ekki – ich freue mich auf unser nächstes gemeinsames Ju-Jutsu Training!

Fatma Keckstein

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Trainerwechsel im Ju-Jutsu und Escrima im Budocentrum Hamburg

Leider wird unser Ju-Jutsu Trainer Olaf Bertram, 6. Dan Ju-Jutsu und Mitglied des Lehrteams des Hamburger Ju-Jutsu Verbandes, aus beruflichen Gründen seine Trainingseinheiten im Budocentrum der Sportvereinigung Polizei Hamburg (SVP) künftig nicht mehr wahrnehmen können. Aus diesem Grund wird SVP Ju-Jutsu Trainer Kay Landeck ab Ende Oktober 2020 die Dienstagseinheit von Olaf übernehmen.

Muss aus beruflichen Gründen „Tschüss“ sagen: Olaf Bertram, Ju-Jutsu Trainer in der SV Polizei Hamburg (Foto: Andreas Rasche, SVP)
Als langjähriges Vereinsmitglied und Trainer Ju-Jutsu und Escrima verfügt Kay über jahrelange Erfahrung im Kampfsport – sowohl als ehemaliger Wettkämpfer als auch Kampfrichter im Ju-Jutsu Allkampf. Kay ist graduiert als 3. Dan Ju-Jutsu, 1. Dan Goshindo, Purple Belt BJJ und außerdem Spartenleiter Escrima der Budoabteilung der SVP.

Übernimmt eine weitere Ju-Jutsu Trainingseinheit in der SV Polizei Hamburg: Kay Landeck, rechts im Foto (Foto: Andreas Rasche, SVP)
Aus dieser Schule kommt und profitiert auch Janina Schaefer, 1. Kyu Ju-Jutsu (Braungurt). Kay tritt in diesem Zuge nämlich eine seiner beiden Escrima-Trainingseinheiten an Nachwuchstrainerin Janina ab.


Übernimmt als neue Trainerin eine Escrima Trainingseinheit in der SV Polizei Hamburg: Janina Schaefer (Foto: Sascha Pries, SVP)
Da Kay als Trainer auch noch weitere Ju-Jutsu Einheiten im Budocentrum leitet, plant er für die Dienstagseinheit einen hohen Schwerpunkt auf freie Selbstverteidigung. Themenkomplexe wie Verteidigung auf engstem Raum, Verteidigung mit Alltagsgegenständen, Verteidigung gegen mehrere Angreifende sowie Wünsche der Teilnehmenden runden das Programm ab.

Die Budoabteilung der SVP wünscht ihren Trainern viel Erfolg. Außerdem bedankt sich die Budoabteilung ganz besonderes bei Olaf für seine gute Arbeit in der SVP und wünscht ihm viel Erfolg im neuen Job. „Im Budocentrum Hamburg ist immer ein Platz und Zeit für Training und Austausch für dich frei“, so Hartmut Nadler, Breitensportwart und Vorstandsmitglied der Budoabteilung der SV Polizei Hamburg.

Text: Andreas Rasche (SVP)

Quelle: https://www.budocentrum.de/?p=5664

Mit Erlaubnis des Pressereferenten

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Landes-Techniklehrgang in besonderen Zeiten

Fast schon Tradition, doch unter besonderen Umständen… Manfred Parlowski (6. Dan JJ) lud für den TSV Adendorf zum 03.10.2020 wieder zum Lehrgang ein. Referent war neben ihm wieder Thorsten Wießner (3. Dan JJ) aus Hamburg (HJJV) /Schleswig-Holstein. Thema waren Messer und Stocktechniken sowie prüfungsrelevante Gegen- und Weiterführungstechniken.

Coronabedingt waren am Eingang der Halle Masken angesagt, Desinfektionsmittel standen bereit und man musste sich in Listen mit kompletter Anschrift /Telefonnummer eintragen: Neu war ein ausgeklügeltes System, bei dem man sicherstellte, dass sich 2 Partner finden, die dann den gesamten Lehrgang auch zusammen trainierten.

Insgesamt kamen 42 Ju-Jutsu-Sportler auf die Matte, vom Weißgurt bis zu höheren Dangraden. Alle waren hoch motiviert und gespannt, was nun kommt.

Thorsten begann mit einer leichten Erwärmung durch Stocktechniken, zum Teil mit Partner. Ziel war es z.B. Stockangriffen aus Winkel 1-8 mit einer weichen „Snake“-Bewegung abzuwehren und dann mit einem Kettenfauststoß zu antworten. Im Weiteren wurde klar, dass es auf die Abwägung ankommt, wann weich und wann hart reagiert werden muss. So ist beispielsweise bei einem Block (Stock gegen Stock aus Winkel 1) blitzschnell der Stock mit links zu erfassen und mit rechts in einer Wellenbewegung auf den Stock (am Besten sogar auf die Hand) zu schlagen. Dabei ist es wichtig, tatsächlich den Wechsel aus der harten Schlagtechnik und der weichen Welle zu vollziehen. Grundlage ist hier (wie so oft) die Bewegungslehre und der Aufbau der Technik.

Im Messerpart wurde nach einer kurzen Abhandlung über die Gefährlichkeit der Messerabwehr geübt, den Partner mit einem überraschenden Schnitt aus Winkel 1 anzugreifen. Diese sollte dann unter Eigensicherung ausweichen. Es folgten zwei weitere klassische Abwehren.

Nach einer kurzen Pause ging es dann zum Thema Gegen- und Weiterführungstechniken. Zunächst wurde geklärt, was die Begriffe bedeuten, dann startete es mit einer Weiterführung einer Hebeltechnik (hier Armriegel von außen). Uke beugte den Oberarm in dieser Position, Tori (der Ausführende) verdrehte dann den Arm wieder bis zur Streckung, belastete Toris Schulter und stach diesen Arm dann mit dem Hebel dann wie ein Paddel nach hinten ein. Tori ging dabe in den Kniestand. Natürlich wurde dabei auf die Verletzungsgefahr hingewiesen, bei einer Ausführung der Technik in der vollen Dynamik wäre der Arm gebrochen worden.

Es folgten weitere Weiterführungstechniken ( Kleine Innensichel nach missglückter großer Innensichel, nach missglücktem Schulterwurf Armstreckhebel mit Verdrehung Elle/Speiche und ggf Handsperrhebel und anschließendem Schwertwurf etc.).

Im Bereich der Weiterführung abgewehrter Atemitechnik gab es folgendes Beispiel: Uke greift mit geradem Fauststoß rechts an, Tori kontere mit Dreierkontakt, dann Rückhandschlag. Uke blockiert und Tori kontert mit Handdrehhebel

Gegentechniken waren nun das Abschlußthema:
Gegentechnik Schwertwurf: Schwertwurf

Gegentechnik Kipphandhebel: Kipphandhebel

Gegentechnik Gerader Fauststoß zum Kopf: Fauststoß ggf. mit Gegenzughebel

Nun war Manfred am Zug und zeigte eine Abwehr eines Schwitzkastens, Messerabwehren und einen umgekehrten Kipphandhebel aus einer Angriffssituation von hinten.

Das Fazit des Tages- man hätte noch so viel zeigen können, aber die Zeit wurde zu knapp. Es war eine tolle Truppe, hoch motiviert bis zuletzt. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und es wäre schön, wenn man das nächstes Jahr wiederholen könnte.

Fotos: Parlowski

Text: Wießner, Pressereferent HJJV

 

Techniken:

Th. Wießner:

Stockangriff Winkel 1: Entwaffnung mit abschließendem rückwärtigen Schlag auf den Handrücken

Stockangriff Winkel 1: Block & Welle, ggf. Würger

Stockangriff Winkel 1: Fingerpresskipphandhebel

Stockangriff Winkel 6 (shomen uchi): Körper Abbiegen mit dem Stock

Griff & Schlag: Links mit Stock blockieren, Handdrehgriff, Kreuzwürge

Stockstich (Winkel 5): draufschlagen (parieren), Stockstich

Einführung Messer Grundsätzliches- Techniken, die nur evtl. klappen (Entwaffnung…), Warnhinweise

Klassische Verteidigung

Messer Winkel 1: Schrittdrehung, Block mit Messer, wieder rausdrehen, zu Boden bringen

Messer Winkel 1: Abwehr mit Dolchhaltung Block, Schleuderwurf

Gegen- und Weiterführungstechniken

Weiterführung Armriegel von außen: Uke beugt den Oberarm, diesen strecken und dann in der Paddelform zu Boden bringen

Weiterführung Kipphandhebel (er zieht ran): Kombination Handbeuge-/Kipphandhebel

Weiterführung große Innensichel: Ko-Uchi gari (kleine Innensichel)

Weiterführung Schulterwurf: Armstreckhebel mit Verdrehung Elle/Speiche und ggf Handsperrhebel oder Schwertwurf oder kaiten nage

Weiterführung abgewehrter Atemitechnik: Uke greift mit geradem Fausstoß rechts an, ich kontere mit Dreierkontakt, dann Rückhandschlag. Er blockiert und ich mache Handdrehhebel

Gegentechnik Schwertwurf: Schwertwurf

Gegentechnik Kipphandhebel: Kipphandhebel

Gegentechnik Gerader Fauststoß zum Kopf: Fauststoß ggf. mit Gegenzughebel

Manfred Parlowski:

Kipphandhebel rückwärts, Messerabwehr, Abwehr eines Schwitzkastens von der Seite

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