Die Grammatik der Kampfkunst …

Am 10.Februar trafen sich 16 motivierte Sportler um mit Stephan Mensing (5. Dan) und Jens Keckstein (6. Dan) aus dem Hamburger Lehrteam die Kodokan Goshinjutsu Kata durchzuarbeiten.

Ziel war es, die komplette Kata einmal in Grundzügen kennenzulernen So der Plan.

Nach einer kurzen historischen Einführung über die Kata ging es auch gleich los. Während bei den ersten Techniken noch locker gearbeitet wurde, merkte man mit zunehmender Zeit wie die Konzentration immer mehr nachließ. Kein Wunder, immerhin hatten wir am Ende 13 Technikkombinationen durchgearbeitet. Dies alleine ist schon mehr als auf den meisten Lehrgängen gezeigt wird. Hinzu kommt noch der relativ strenge Ablauf zwischen den Techniken und all die Kleinigkeiten, die genannt wurden (Nein es waren noch nicht alle).

Den Sportlern war dann am Ende anzumerken, dass das Ganze ein höchst anspruchvolles Thema ist, je mehr man sich damit beschäftigt. Auch wenn das Meiste nur „Grundtechniken“ sind. Sich aber mal in den Details zu verlieren war für viele eine neue Erfahrung und stellte den Anspruch dar.

Aber Aufgeben gab es nicht, und so wurde auch nach Ende des Lehrganges teilweise weitergeübt.

Der Plan ging also nicht ganz auf, aber mir persönlich hat der Charakter des Workshops sehr gut gefallen, da alle anwesenden Sportler extrem motiviert und interessiert waren.

Stephan und mir hat es mit euch viel Spaß gemacht und wir freuen uns auf alles Kommende.

Jens

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Erste Hilfe beim HJJV

Erste Hilfe ist etwas, womit sich in der Regel zwei Sorten von Menschen auseinander setzen: solche, die damit ihr Geld verdienen, und solche, die von Arbeitgebern, Fahrerlaubnisbehörden oder Sportfachverbänden dazu genötigt werden. Umso erfreulicher ist es, dass sich am 02. Februar knapp ein Dutzend Ju-Jutsuka im Landesleistungszentrum eingefunden habe, um einen 9UE umfassenden Erste-Hilfe-Kurs in Kooperation mit ADAC gelbhilft zu absolvieren.

Auch in meiner Rolle als Ausbilder konnte ich hier wieder die Dinge erkennen, die mir von Seiten der Teilnehmer auch auf Techniklehrgängen und ähnlichen Veranstaltungen auffallen: Offenheit zur Sache, Spaß am Lernen und reger Austausch untereinander. Dementsprechend sind die acht Zeitstunden – gefüllt mit Seitenlage, Wiederbelebung, Wundversorgung und diversen Notfallerkrankungen – überraschend schnell vergangen. Wer schon einmal an einer Ersthelferausbildung teilgenommen hat weiß, wie viele thematische Fässer ohne Boden man bei diesem Thema aufmachen kann, und wie schwierig es sein kann, dabei den Überblick zu behalten. Uns ist es zumindest meiner Meinung nach gelungen, durch den Bezug zum Sport und die Diskussionsdisziplin aller Beteiligten den größten Teil der aufkommenden Fragen und Diskussionspunkte zufriedenstellend zu bearbeiten. Trotzdem konnten wir im von den Berufsgenossenschaften für diese Kurse vorgesehenen Rahmen bleiben, wodurch ein vollumfassender Erste-Hilfe-Kurs für die Verwendung in allen Situationen, in denen ein solcher gefordert wird (Danprüfung, Trainerlizenz, Führerschein, Tauchschein, …) bescheinigt werden konnte.

Ich möchte allen teilnehmenden Sportlern für die hervorragende Mitarbeit und das rege Interesse danken und bin davon überzeugt, dass aus medizinischer Sicht der Trainingsalltag bei und mit ihnen nun ein kleines bisschen sicherer ist.

Philip Wiedemann (Inklusionsreferent und EH-Ausbilder für ADAC gelbhilft) für den HJJV

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Keine Angst vorm Randori!

Ein Bericht vom Techniklehrgang „Komplexaufgabe und freie Anwendung“ mit Phillip Wiedemann und Sergej Balbuzki am 26.01.2019

In der Damenumkleide des LLZ gibt es keinen freien Zentimeter mehr als ich (etwas knapp) um 12:50 Uhr durch die Tür komme. Kein Wunder, der Lehrgang ist mit rund 60 Teilnehmern wiedermal extrem gut besucht. Schnell zeigt sich, dass es zwei Lager gibt bei diesem Lehrgang: die einen die sagen: „Endlich auf so ein Thema habe ich schon lange gewartet. Die freie Auseinandersetzung ist meine Paradedisziplin.“ Und die anderen, die eher nervös auf den Beginn des Lehrgangs warten, weil beide Aufgaben nicht gerade zu den Stärken gehören und man sich somit reichlich weit aus der Komfortzone begibt. Aber wie begegnet man nun zwei so unterschiedlichen Erwartungshaltungen?

Mit viel Ruhe, Entschleunigung und Kommunikation. Die beiden Referenten sind sich nämlich von Beginn an der Schwierigkeit ihres Themas bewusst und schaffen es mit ihrer ruhigen Art alle vermeintlichen Vorbehalte aus dem Weg zu räumen. Aber der Reihe nach:

Im ersten Teil des Lehrgangs zeigt Sergej wie man sinnvoll die Komplexaufgabe trainiert. Wie Präzision und Dynamik der Techniken erreicht werden können, ohne dabei hektischer und unkontrollierter zu werden. Immer wieder werden wir darauf hingewiesen noch langsamer und noch sauberer zu arbeiten. Statt fertige Kombinationen vor zu geben, lässt Sergej uns unsere Spezialtechniken mit immer anderem Fokus ausprobieren und ermuntert uns lediglich dazu, z.B. mal neue Eingänge für Würfe zu probieren. In dem Prüfungsfach „Komplexaufgabe“ geht es darum, mit wenigen bereits gut beherrschten Techniken zu überzeugen, erklärt er uns.

Im Anschluss an diesen ersten Teil folgt eine Pause mit Kaffee und Kuchen. Und dann geht es gestärkt zum zweiten Teil. Nun übernimmt Phillip mit dem Thema freie Anwendungsformen, Randori, oder Sparring, wie man in anderen Sportarten sagen würde. Dabei nimmt er sich viel Zeit um mit uns darüber zu sprechen, welche Vorbehalte es gegenüber dieser Trainingsform gibt, welche Vereinbarungen gelten müssen wenn ich mit meinem Partner die freie Auseinandersetzung üben möchte und welche Ziele damit verfolgt werden. Schließlich lässt uns Phillip in vielen verschiedenen und teilweise spielerischen Formen die freie Anwendung üben. Es wird viel gelacht und auch mal geflucht beim gegenseitigen Gürtelklauen, beim Randori-Schach und bei der asymmetrischen Auseinandersetzung, wo ein Partner oder beide Partner ihre Technikauswahl bewusst einschränken.

Beiden Referenten ist anzumerken, dass ihnen viel daran liegt den Spaß an den beiden Trainingsformen zu vermitteln und Ängste und Vorurteile abzubauen und das gelingt ihnen hervorragend. Im Nu sind drei Stunden um und es gab keine Blessuren, keine zu harten Schläge, kein unkontrolliertes Gebalge. Warum auch? Dieser Lehrgang hat wirklich gezeigt, dass man auch mit einem Europameister ganz entspannt Randori trainieren kann.

Alex Tews

 

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Jugendtrainerfortbildung und JuJu on Tour

Liebe Sportsfreunde,

dieses Jahr feiert der DJJV sein 50jähriges bestehen. Aus diesem Anlass gibt es am 22.02. und 23.02.2018 eine besondere Jugendtrainerfortbildung mit Michael Korn. Nutzt die Chance aktiv als Trainer bei der JuJu on Tour Veranstaltung dabei zu sein!

Für die Jugendtrainerfortbildung müsst ihr euch bis zum 15.02.2018 bei mir ( christiane.djaja@hjjv.net ) anmelden, für JuJu on Tour am 23.02.2018 brauchen die Kinder sich nicht anmelden. Ihr könnt auch gerne Kinder aus anderen Kampfsportabteilungen einladen!

 

Wir freuen uns auf Euch!

Herzliche Grüsse

 

 Jugendtrainerfortbildung am 22.02.
Hamburg_JuJu_on_Tour_2019
 

 

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Ju-Jutsu meets ATK-S

Übergang Stand – Boden

Im Kampfsport gilt es, immer auf Augenhöhe zu agieren. Somit folgte ich der Einladung von Christin Senf vom ATK-S in Bremen Blumenthal. Nachdem wir ein gemeinsames Zeitfenster an einem Samstag gefunden hatten, trafen wir uns am 12.01.2019 zwischen 11 bis 14 Uhr.

Thematik: Techniken innerhalb und außerhalb des JJ-Prüfungsprgramms mit Variationen im Bereich Wurf-/Hebel- und Atemitechnik

So wie ich Christin verstanden habe, ist ATK ein System, dass auf Nervendruckpressen sowie Reißen, Stoßen und Hebeln basiert. Außerdem wird hier mit einer mit einer Hand geformten Kralle gearbeitet. Die Schüler hatten die verschiedensten Vorkenntnisse aus ATK, Jiu Jitsu, Sambo usw. . Diese Vielfalt zu erleben war sehr schön und man konnte so gut arbeiten. 

Nach einer kurzen Erwärmung wurden folgende Techniken (hier ein Auszug) erörtert:

Angriff: gegenüberliegendes Handgelenk gefasst
Verteidigung: Griff lösen, Ellbogenblockade, Takedown

Angriff: Schwinger rechts
Verteidigung: Block, div. Fauststöße/Schläge, Handdrehgriff, ggf Fingerhebel, Armstreckhebel rückwärts, zu Boden bringen und in die Bauchlage

Angriff: Griff ins Revers mit beiden Händen
Verteidigung: Schrittdrehung, Blockade des ersten Armes, Verhebelung des zweiten Armes mit einem Armbeugehebel, Wurf

Angriff: Ohrfeige rechts
Verteidigung: Armstreckhebel über die Schulter, dann Wechsel zum Schulterzug links

Angriff: Kniestoß rechts
Verteidigung: Kreuzblock, Beinrollwurf rückwärts

Angriff: Hüftwurf
Verteidigung: Beinrollwurf vorwärts mit Festleger am Boden

Angriff: Rückhandschlag rechts
Verteidigung: Handbeugehebel als Wurf mit Handgelenksbrecher

Angriff: Schlag von oben mit rechts
Verteidigung: 45° nach hinten, dann Variante Armbeugehebel über der eigenen Schulter als Wurf ggf. mit Fußsicherung

Stock:

Angriff: Stockschlag Winkel 2
Verteidigung: Arnisblock, Kipphandhebel mit dem Stock

Angriff: Stockschlag Winkel 2
Verteidigung: Block auf dem Ellenbogen, Festleger/ Würger mit dem eigenen Stock

Wir kamen hervorragend voran, die Sportskollegen waren extrem gut motiviert, stellten zielführende Fragen. Hier ein großes Lob an Christin und ihre Gruppe- gerne wieder!

Text: Thorsten Wießner

Fotos: Christin Senf

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