„Ein Armbeugehebel ist einfach, aber schmerzhaft“ – Budoevent mit Achim Hanke

Über 80 Budosportler*Innen aus ganz Deutschland fanden am 23. und 24. November 2019 den Weg ins Budocentrum Hamburg. Ju-Jutsu Großmeister Achim Hanke (8. Dan Ju-Jutsu – 7. Dan Jiu-Jitsu Tschech Svaz Fighting System – 5. Dan Judo – 2. Dan Taekwondo) gab sich und den Anwesenden wieder die Ehre, beim jährlichen Budotechnikevent der Sportvereinigung Polizei Hamburg (SVP) in die Tiefen der Selbstverteidigung einzusteigen.

Ju-Jutsu Großmeister Achim Hanke (links) und SVP-Trainingspartner Kay Landeck

Neben Ju-Jutsuka aller Graduierungen, fanden sich auch wieder viele Teilnehmer*Innen aus anderen Kampfsportarten wie Karate, Judo, Krav Maga, Brazilian Jiu-Jitsu oder Taekwondo ein, um sich auszutauschen. Ebenfalls auf der Matte, der Vorstand der Budoabteilung mit Rolf Brauße (4. Dan) und Hartmut Nadler (1. Dan) sowie der Präsident des Hamburgischen Ju-Jutsu Verbandes, Jens Keckstein (7. Dan).

Schon während des durch spezielle Übungen schweißtreibenden Aufwärmens wurde klar, hier werden Prinzipien aus verschiedenen Richtungen vermittelt. „Ein Armbeugehebel ist einfach, aber schmerzhaft“, erklärte Achim eindrücklich und zeigte sehr plastisch, was mit modernem Ju-Jutsu auch auf „der Straße“ machbar ist. „Leidtragender“ war meistens SVP Ju-Jutsu Trainer Kay Landeck, der als Achim´s Trainingspartner nicht das erste Mal mit ihm auf der Matte stand bzw. lag. Auf dem Programm standen: Übergänge Stand Boden, Selbstfaller, Hebel, Würfe, Würger, Konter, Gegen- und Weiterführungen im Stand und am Boden, Selbstverteidigung auf engem Raum – an der Wand.

Der erste Tag war zunächst sehr bodenlastig. Takedowns, Eingänge für Würfe und die Auseinandersetzung am Boden waren das Thema. Ob dynamisch, unter Stress oder ganz langsam, für jeden war etwas dabei, vom Würger über Hebel oder beides in Kombination. Manch einer fand für sich neue Wege, andere trainierten die Sicherheit „ihrer“ Techniken. Achim schaffte es wiederholt unter Beweis zu stellen, dass, wer das Prinzip verstanden hat, viele Spielarten ein und desselben Hebels, Wurfes oder Würger anwenden kann.

Am zweiten Tag standen Schlag- und Tritttechniken auf dem Programm. Distanz, Angriff, Konter, Weiterführung und Kontrolle. Gerade auf engem Raum, mit einer Wand im Rücken, sollte geübt werden, nicht die Übersicht zu verlieren, sonst kann es schnell zu einem wilden Handgemenge kommen oder in einer wüsten Schlägerei enden. Wenn dann noch Waffen, wie etwa ein Messer, mit ins Spiel kommen, wird es lebensgefährlich. Sehr eindrücklich wies Achim, gerade auch die anwesenden Dan-Träger darauf hin, dass es so gut wie unmöglich ist, unverletzt aus einem Messerangriff herauszukommen.

Die Grundessenz, die Achim vermittelte war, wer sich für Kampfsport / Kampfkunst entscheidet, wird im Laufe der Zeit seinen persönlichen Stil, seine individuellen Eingänge, Wege und Lösungen finden. Gerade die freie Selbstverteidigung ist eine Art Schachspiel, denn man weiß nicht was der Gegner kann. Deshalb ist es wichtig, sich unterschiedliche Technikserien anzueignen, basierend auf Alter individueller Konstitution, Beweglichkeit und Erfahrung. Denn jeder Gegner (oder Partner) kämpft ebenfalls unterschiedlich.

Zum Abschluss bedankte sich der Großmeister bei allen Anwesenden und stellte noch einmal seine Sicht der Dinge über Sinn und Unsinn der aktuellen Ju-Jutsu Prüfungsordnung klar, bei er auch mit Kritik nicht sparte. Getreu der Philosophie: „Jeden Kampf den du vermeiden kannst, hast du schon gewonnen. Jeden Kampf den du kämpfen musst, solltest du kämpfen um zu gewinnen“, verabschiedete sich der Großmeister. Die Budoabteilung der SVP plant Ende Oktober 2020 wieder den nächsten Technikevent mit Achim Hanke.

Quelle: https://www.budocentrum.de/?p=3618

 

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